Posts

Es werden Posts vom Juli, 2025 angezeigt.

14/07/2025

Guten Morgen! Im Regen abbauen ist immer ein riesen Spaß. Ich liebe es einfach 3 mal so lang wie sonst zu brauchen. Aber zumindest funktioniert es heute an der Straße schnell. Und Jordan aus Alberta fährt sogar bis Alaska! Er nimmt sogar über eine landschaftlich schöne Strecke mit, die ich sonst so hätte nicht nehmen können. Der Highway 16 zwischen Prince George und Prince Rupert ist berüchtigt dafür, dass regelmäßig Menschen beim Trampen hier verschwinden. Da er mich aber über den kompletten Highway mitnimmt, kann ich diese sehr viel schönere Strecke nehmen. Wir sind zwar sehr unterschiedlich, aber genau in dem Maße, dass es harmoniert auf gewisse Weise.  Die Strecke bis Prince George ist Recht unspektakulär, so wie die Stadt auch. Morgen geht es weiter in Richtung Cassiar Hwy.  Die Songs des Tages sind heute beide von Whiskey Myers: Bury My Bones und Brocken Window Serenade Gute Nacht

13/07/2025

 Ein chaotischer Haufen sind wir! Wenig Stunden Schlaf machen es nicht besser. Anstatt auf dem Gipfel des Berges zu sein, landen wir am Ende doch mit Cookies und Kaffee am See. Aber da wir alle ein bisschen Cursed sind, ist die Stimmung super.  Irgendwann ist es dann Zeit für mich weiterzureisen. Unsere Wege trennen sich und ich bemerke, dass sich meine Zeit in Süd-BC wohl langsam dem Ende zuneigt. Aber ich komme wieder! Nun also habe ich über 2500km nach Norden bis in den Yukon vor mir. Zeit loszulegen!  Erstmal warten ich ne Weile, die Stelle ist suboptimal, komme dann aber bis Whistler. Und weiter geht es step by step bis Cache Creek, einer Junction Town wie aus dem Bilderbuch! Nur Tankstellen, Motels und Diner. Ohne die Straßenkreuzung würde dieser Ort nicht existieren. Aber er hat einen Diner mit Seltenheitswert. Echte Milkshakes und Einrichtung und Pommes nach altem Rezept, sogar mit Essig serviert. Das britische Erbe:).  Der letzte Abschnitt des Sea to Sky Hwy...

12/07/2025

 Boah, ich spüre die letzten Tage echt in den Knochen, aber die Action hat mir echt gut getan und ich habe sogar ein paar Leute von daheim getroffen und mir eine Menge von denen abgeschaut.  Jetzt geht es heute früh nach Vancouver zurück per Anhalter los. Ich treffe mich nochmal mit der Madelyn und ihrer WG:) Außerdem muss ich meine Jacke reparieren. Trampen auf dem Sea to Sky Hwy ist super unkompliziert. Ich warte keine 20 min und komme mit einem Ride bis Vancouver. Schnell noch ein Frühstück und dann die Jacke reparieren.  Währenddessen schaue ich mir noch den Rest der Stadt an. Die einwandfreien Betonfahrbahnen machen jeden Skater neidisch. Innerlich heute voll der 90s Film. Old record Stores inklusive. Abends treffen ich mich dann mit den anderen. Couchsurfing und Gespräche bei Bier mit ihrem Roommate bis 2 Uhr morgens inklusive. Der kann sogar Deutsch!  Früh morgens geht es los für eine Wanderung in North Vancouver.  Der Song des Tages ist Never No More von...

10/07/2025 - 11/08/2025

 Meine hände werden am Lenker durchgeschüttelt. Hier eine scharfe S-Kurve, dann eine Sprungschanze. Ein technisches Steinfeld, shredding all terrain!  Das Wetter ist super, die Trails anspruchsvoll. Und das beste an Bikeparks: man kann mit besseren Fahrern fahren. Ich glaube ich habe hier meine Fähigkeiten so viel verbessert wie daheim nur über Wochen. Klar fliegt man auch mal auf die Schnauze und leider habe ich dabei auch noch meine Lieblingsjacke geschrottet, aber was soll's? Zum Glück gibt es einen Laden in Vancouver der sie reparieren kann. In der scharfen S-Kurve hat's mich umgehauen. Überall Schrammen und Wunden. Naja.  Zuhause brauche ich auf jeden Fall bessere Schutzausrüstung!  Der heutige Song ist Superego von Leyya.  Gute Nacht! 

09/07/2025

 Pausentag! Chil out

08/07/2025

 Eigentlich wollte ich heute meine Kletterausrüstung in Squamish ausleihen gehen, allerdings ist das Wetter jetzt so unterirdisch und meine Rückenschmerzen von West Coast Trail do stechend, das Mountainbiken in Whistler wohl die bessere Idee ist. Wir haben in Europa viele tolle Klettergebiete, aber Whistler ist einzigartig. Quasi der heilige Gral des Mountainbiken.  Und so komme ich abends dann mit einer dreisten Aktion kostenlos in den Reisebus Richtung Whistler. "Mein Handyticket kann ich bedauerlicherweise nicht laden, weil das Gerät leider abgestürzt ist, blöd auch:))" Abends dann im Hostel noch ein paar nette Gespräche, sogar mit anderen Musikern!  Der heutige Song ist Heard It all before von Jack Crawford.  Gute Nacht! 

07/06/2025

 Am Vormittag kaufe ich noch schnell einen Sticker für meinen Bärenkanister und dann geht es mit dem Bus in Richtung Squamish, dem Kletterparadies von British Columbia.  Doch am Ende kommt alles ganz anders. An der Bushaltestelle in Squamish treffe 2 Deutsche Mädels und wir verstehen uns sofort. Sie arbeiten hier auf einer Farm. Ihr Host ist selber Kletterer und ich Ende also einer Farm im Garten zeltend und Schaufele als Gegenleistung nächsten Morgen Heu. Im Hintergrund Ziegen, die A-Frame Hütte und Hunde. Aber lange bleiben werde ich hier nicht. Es ist nett, aber auch nicht mehr.  Ich fühle mich plötzlich wieder wie in Saskatchewan oder Manitoba. Und das an einem gänzlich anderen Ort.  Der heutige Song ist Dooley von The Dillard's. Gute Nacht! 

06/07/2025

 Heute nur Fahrt nach Vancouver, eine Nacht im Hostel, morgen geht es weiter nach Squamish zum Klettern und Whistler zum MTB fahren:) Der Nanaimo Bar von der Fähre war super! 

05/07/2025

Der Dichte Wald macht den Trail manchmal auf dem ersten Blick unsichtbar. Gerade dann wenn er wortwörtlich in die Steigung des Hanges eingegraben ist. Man muss sich auf Augenhöhe wortwörtlich durch Dickicht kämpfen und dauerhaft Farne beiseiteschieben. Die Matschlöcher werden tiefer. Aber es wird auch immer flacher.  Und auch hier sind wir wieder unter uns. Es ist nicht leer, aber alle sind Like minded und somit macht es keinen Unterschied. Die symptaischen Jungen Förster von Vancouver Island beweisen das mal wieder.  Gegen Ende des Trails bin ich in einem furchtbaren Kaloriendefizit. Ich denke nur noch an Essen. Einfach laufen und im Ort am Nördlichen Trailhead Volkstopfen. Und tatsächlich meint es das Leben mal wieder gut mit mir. Gegen Ende treffen ich einen quasi Einheimischen ehemaligen Outdoor-Radfahrer aus Nanaimo. Er ist wieder mal eine gute Verkörperung des chilligen Vibes " on the islands ". Wir verstehen uns sofort und fahren zusammen Richtung Nanaimo. Auf dem Rück...

04/07/2025

 Langsam stapfe ich über den Sandstrand. Kompakten Sand gibt es hier selten. Mit jedem Schritt sinkt man ein. Es hat ein bisschen etwas vom Spuren als erster in einer Gruppe im Altschnee am Berg. Aber vor allem macht es mich langsam. Was nicht gut ist, denn ich muss mich einer Fähre erreichen. Die letzte fährt um 16 Uhr. Die Landschaft bleibt wild, ich passiere viele gesunkene Schiffe vor der Küste. Der Pfad ist eigentlich ein alter Überlebenspfad für Schiffbrüchige vor der schwer zu navigierenden Westküste Vancouver Islands. Die Landschaft ist zunehmenden von Wasserfällen und langen Sandstränden geprägt. Ich ernähre mich von Powerriegeln und Erdnüssen. Mein Wechselspiel mit der Brandung des Strandes um den verdichteten Sand zu nutzen hat meine Schuhe völlig eingesaut, genauso wie die Flussquerung eben. Ich erreiche die letzte Fähre und stopfe mich erstmal mit Gummibärchen voll.  Das nächste Camp befindet sich hinter Majestätischen Wasserfällen direkt am Strand. Als ich dort n...

03/07/2025

Langsam und vorsichtig balanciere ich über die rutschigen Findlinge der natürlichen Küstenbefestigung am Rande der Bucht auf dem Weg zum offenen Pazifik. Immer wieder zeigen uns alte Bojen den Weg. Die großen Boulder machen den Exemplaren in Fontainebleau, Frankreich gute Konkurrenz. Algen verzieren die unteren Ränder und ich muss meine Wanderstöcke geschickt in die Risse einklemmen und von einem zum anderen zu springen. Immer wieder versperren uns riesige umgefallende Bäume den Weg. Ein Drahtseilakt auf dem Nassen Stamm.  Irgendwann passieren wir eine Gezeitenhöhle. Das Meer muss am spitzen Winkel den Fels über Jahrtausende ausgespült haben. Die Wurzeln der darüber liegenden Bäume profitieren von den wechselhaften Gezeiten.  Immer weiter tapse ich über den Maßen Fels, springe über tiefe Kanäle in denen das Pazifikwasser hin und her schwappt. Ab hier mache ich ordentlich Tempo. Schließlich will ich mich ja mit dem Mädel aus Vancouver nochmal treffen und auch ein Speed-Rekord i...

02/07/2025

 Seit Stunden geht es nur auf und ab. Immer 50 hm hoch und dann auf diversen Leitern wieder runter. Obwohl wir erst 3km seit dem Trailhead und dem Fährtransfer über den Fluss zurückgelegt haben. Über unseren Köpfen tronen die majestätischen Kronen der Regenwaldbäume. Das Geflecht der Äste bildet eine komplexe zusammenhängende Struktur die bei deutschen Bäumen so nicht zu finden wäre. Ein echter Regenwald. Der Stammdurchmesser lässt darauf schließen, das diese Bäume uralt sein müssen. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei gefühlten 100%. Ab und zu passieren wir alte Stromleitungen und die kläglichen Reste der großen Maschinen der Bautrupps des Weges. Relikte einer anderen Zeit. Die Planken mit rostigen Nägeln brechen regelmäßig auseinander. Sand kriecht in jede Ecke des Schuhs. Er geht eine Symbiose mit dem Schlamm aus den teilweise bis zu einem Meter tiefen Pfützen ein, die den Schuh wohl an das Ende seiner Lebenszeit bringen wird.  Eine wilde Landschaft. Für uns Mitteleuropäer gänzl...

01/07/2025

Auf gehts, tschüss Vancouver. Zumindest fürs erste! Morgen früh geht es von Victoria auf Vancouver Island in Richtung West Coast Trail. Die Stadt selber macht einen extrem grünen Eindruck auf mich und das Klima ist ungewöhnlich warm. Am Abend checke ich ins Hostel ein. Länger quatsche ich noch mit einem anderen Deutschen im Hostel. Wir schauen uns zusammen das Feuerwerk zum Canada Day im Hafen an!  Der heutige Song ist Was uns High macht von Provinz.  Gute Nacht 

30/06/2025

 Zum heutigen Tag gibt es nicht so viel zu sagen. Vorräte aufstocken für die Streckenwanderung auf dem West Coast Trail. Abends habe ich mich mit dem Mädel getroffen. Lief sehr gut, mal schauen was wird!  Der Song des Tages ist Mister would you please help my pony? Von Ween.  Gute Nacht!

29/06/2025

 Wer so lange feiert muss erstmal lange schlafen, das ist klar. Und genau das habe ich auch gemacht. Nachmittags genieße ich das gute Wetter draußen. Es ist Hochsommer in Vancouver. Und das in der Stadt, die ja weltbekannt für ihren Dauerregen ist. Großes Glück für mich. Also ab ein Eis holen!  Abends kann ich mir dann das erste Mal seit Ewigkeiten etwas richtiges zu Essen im Hostel kochen. Ich freue mich schon auf meinen Herd daheim. Meine neu entdeckte Leidenschaft für Mediterranes Essen werde ich daheim auf jeden Fall noch mehr ausbauen. Die Menschen leben ja nicht ohne Grund so lange in Südeuropa. Außerdem ist die Küche ja auch oft hervorragend als Sportleressen geeignet.  Der heutige Song heißt Me Gustas Tu von Manu Chao.  Guten Appetit! 

28/06/2025

 An so einem Ort könnte ich mich ja mal wieder schöner machen. Und so gehe ich zum Frisör, neue Spitzen neuer Bart. Reisen verändern einen. Heute Abend geht es endlich aufs Rave, ein Drum N'Bass Event irgendwo im Wald. Bin gespannt.  Und dann ist da auch noch dieses hübsche Girl im Supermarkt. Der Vibe und die Stimmung beim Smalltalk war flirty, sie ist bildhübsch, jetzt habe ich ihre Nummer, mal schauen was wird:).  Abend noch im Stadtpark chillen, Friends callen, die Nacht wird lang.  Und dann mitten in der Nacht an der Location angekommen, sehe ich eine kleine Crowd. Alle sind im Flow, allerdings wird weniger gestampft als in Deutschland, schlecht ist der Vibe jedoch keinesfalls. Die Musik ist verglichen mit deutschen Electronic Partys akzeptabel. Aber wir sind ja nicht ohne Grund weltbekannt für unsere Parties. Irgendwann kommt dann auch ein bisschen Fahrt in ganze Chose. Ich bringe den Staubboden des Wanderparkplatz ordentlich in Schwung und meine Nachbarn auf d...

27/06/2025

 Innenstadt, Touri Hotspots, all das ist schön in Vancouver, allerdings unübertroffen vom Commercial Drive im Osten der Stadt.  Ein vertikal zur Waterfront verlaufender Boulevard und die mit Abstand alternativste Gegend in Kanada. Egal was du suchst, du wirst es hier finden. Second-Hand-Läden, Essen aus aller Welt, Italienischer Wein und Käse (Ja, das ist hier teilweise keine Selbstverständlichkeit), Halva aus dem Iran, Magic Mushrooms, alte Vinyl-Platten, das Kommunistische Manifest, Gender Studies Published, überall würde Flaggen. Einerseits ein Ort an dem ich mich sehr wohlfühle, andererseits auch der perfekte Ort um sich nach einem Illegalen Rave zu erkundigen. Und im Magic Mushrooms store hilft man mir gerne weiter. Dann noch schnell ein Bandana gezogen und zurück zu meinem Hostel Nachbarn. Abends dann noch ein kleines Fusion Jazz Duo Outdoor in der Innenstadt. Coole Leute.  Hier lässt es sich echt Leben! Ein Gedanke, der mir in Süd BC schon öfter gekommen ist. Mal s...

26/06/2025

 Heute war ein richtiger Hostel Tag. Vormittags wollte der West Coast Trail geplant werden. Der liegt auf Vancouver Island. Das klingt zwar erst mal nah, die Anreise verläuft aber über einen ganzen Tag und dauert gefühlt ewig. BC Ferries und Transfer. Buchung usw. Nachmittags dann Hostel Bierpong und Burger. Die Atmosphäre ist nice, viele andere Deutsche Backpacker, vor allem Work and Travel. Aber mein Vibe ist es nicht ganz. Irgendwie fahren wir unterschiedliche Filme.  Abends dann meine Uni-Bewerbung für die Hochschule.  Der heutige Song heißt Tauchstation Instrumental von Materia.  Gute Nacht 

25/06/2025

Heute schaue ich mir die Stadt an. Vancouver ist ein interessanter und total faszinierender Ort. Man spürt auf jeden Fall den West Coast Vibe, dieses progressive, alternativ entspannte Gefühl. Die asiatische Community ist riesig, die Sushi-Läden hier hervorragend. Im Hintergrund sind die Berge zu sehen, aber gleichzeitig herrscht eine maritime Stimmung. Und die U Bahn ist Fahrerlos! Heute hole ich mir unbedingt eine Bass Pro Shops Cap, ein Outdoor Laden der Ikonischen Status in Nordamerika hat. Im Laden selber gibt es sogar riesige Karpfen und Lachse in einem Riesigen Teich. Abends dann noch einen Drybag und ein Schlafsackinlett in Vorbereitung auf den bald anstehenden West Coast Trail und die vermutlich im Seeklima kalte Umgebung auf Vancouver Island beim MEC (Quasi Globetrotter) gezogen. Zurück ins Hostel und eigentlich sollte der Tag dann auch vorbei sein.  Aber ich verquatsche mich mit einem Hamburger Backpacker auf ADHS der gerade aus Whistler konmt, wir Cruisen auf E-Scootern...

24/06/2025

Früh morgens geht es nun weiter. Auch wenn wir zwar in Richtung dichter besiedelter Regionen fahren, BC ist immernoch ein Riesenort. Im morgendlichen Verkehr begegnet uns fast kein anderes Auto auf dem westlichen Yellowhead Hwy während wir uns langsam von den Rocky Mountains entfernen. Und wieder einmal sitze ich im Auto und denke mir: "ein Glück das ich nicht da draußen stehe, da hätte lange warten können." In Kamloops trennen sich dann die Wege von mir und dem Hamburger. Eigentlich haben wir dasselbe Ziel, aber er möchte den Rest der Strecke alleine fahren. Ich verstehe ihn zwar, aber irgendwie tut es dann doch in dem Moment weh ihn gegen zu lassen, wissend, dass es nun nicht mehr garantiert ist, wann ich ankomme.  Und erstmal läuft es auch gar nicht. Nach 45 min an der Tankstelle werde ich freundlich aber bestimmt rausgeschmissen und muss es nun an der Freeway-Auffahrt probieren. Da kommen Erinnerungen vom blöden 401 Hwy in Ontario hoch. Aber dieses Mal klappt es besser. E...

23/06/2025

 Heute geht es endlich weiter. Der Weg von mir und German Mister "Bass Pro Shops" - Cap trennen sich am Columbia Ice Field. Ein monumentaler Anblick. Aber ein Touristenrummel. Der Starbucks im Besucherzentrum ist ein Verbrechen. Naja! Während ich durch die monumentale Landschaft, die mich mit ihren engen Tälern streckenweise an den Yosemite Nationalpark erinnert, im Wohnmobil von Quebecer Rentnern Cruise, streifen meine Gedanken schon neue Touren. Atlantiküberquerung per Segelboot. Das wär mal was. Krass, das sowas inzwischen auf meinem Level denkbar ist. Ein tolles, aber befremdliches Gefühl. Aber wollen wir hier mal nicht größenwahnsinnig werden. Step by step.  Irgendwann streifen wir die großen Waldbrandgebiete in Jasper Nationalpark. Ein trostloser, doch faszinierender Anblick. Die meisten Waldbrände werden von Menschen ausgelöst. Es kann in besonders trockenen Bedingungen schon ein bisschen glühende Asche einer Zigarette, Funkenflug einer Säge oder Bremsscheibe ausreiche...

22/06/2025

 Willkommen im Kater-Tag!  Zusammen mit dem Deutschen mache ich so einen Männer-Tag. Hangover Cruise wir durch die Landschaft und während er sich schon die nächste Lunte dreht (Ich bleibe mal lieber nüchtern) Craven wir Ketchup-Chips. Wir schauen uns einen Wasserfall an, ich fahre das erste Mal Auto, Natürlich ohne Führerschein auf öffentlicher Straße, eine Angelegenheit, die für meinen Kumpel zu einer Nervenprobe mutiert, als ihm klar wird, das ich wirklich noch nie davor gefahren bin. Naja ist ja nichts passiert. Und dann verkacken wir auf Ansage bei Angeln. Fliegenfischen hätte man machen müssen. Vorerst bleibts beim Bier und dem obligatorischen philosophieren über die weibliche Welt. Und einen Grizzly sehen wir auch. Ein riesiger Teddybär! Abends dann Bohnen und irgendeine Scheiße dazu. Die netten Amerikaner leisten uns Gesellschaft! Das ist das tolle. Niemand kommt hier weg und nachts gibt es auch nichts zu sehen. Daher wird der Gemeinschaftsraum des Hostels tatsächlich g...

21/06/2025

 Als ich aufwache prasselt der Regen noch immer. Ich lange zur Seite um zu überprüfen, ob meine Elektronik trocken ist. Zumindest das scheint zu passen. Halbwegs zu passen scheint auch mein Schlafsack, immerhin bin ich weder richtig nass noch ist der Sack selbst nass. Aber unter dem Zelt steht das Wasser. Bei schlechten Bedingungen und/oder Neigungen der Untergrund fließt das Regenwasser unter mein Zelt was einem eine Art feuchtes Grundgefühl gibt ohne direkt nass zu sein. Eine Kälte die sich bis ins Mark schleicht. Furchtbar. Und dann auch noch dieses Gefühl zu wissen, dass sobald man rausgeht und abbaut, die Bequemlichkeit im Schlafsack vorbei ist.  Aber was soll's. Drum öffne das Zelt, bringe Rucksack und alles, was ich im Moment nicht brauche in Sicherheit vor dem Sturm und baue ab. Ich liebe Schotter und Sandplätze, sie sorgen immer bei Regen für eine schön klebende Schicht am Zelt. In diesem Fall ist es besonders schlimm. Also Versuche ich die Pampe irgendwie unter fließ...

20/06/2025

 Morsche!  Früh machen wir uns los in Richtung Trailhead Nummer 2. Der Rest der Wanderung ist eher unspektakulär. Konstantes Bergab auf einer mehr oder weniger ausgebauten Forststraße. Aber dafür mit wirklich netter Begleitung. Remi aus Frankreich/Quebec ist ein verrückter Dude. In seinen Geschichten über das Wintercamping in Quebec finde ich meinen Großmeister. Bei -20°C in einem Zelt mit Schornstein zu schlafen muss ein echtes Erlebnis sein. Das Feuer im Ofen in dieser Situation abzubekommen ist überlebenswichtig. Und dieser verrückte macht es auch noch mit dem eisigen Holz aus dem Wald vor Ort. Dude, ich hoffe wir bekommen noch einmal die Gelegenheit das zusammen auszuprobieren, wenn ich mal wieder da bin! Alleine bin ich zu feige dafür. Du hast mir mal wieder gezeigt, das die südeuropäische Gemütlichkeit einfach mein Vibe ist. Trotz ein bisschen Hetze in unserer 3er Gruppe:) Nach einer illegalen Dusche auf dem Campingplatz trennen sich unsere Wege. Mittags möchte ich dann ...

19/06/2025

 Heute war ein richtiger Trail-Tag mit allem drum und dran. Nach dem Abbauen geht es gscheit hoch. Diverse Serpentinen in einem alpinen Bergwald. Dann ein Abstecher zu einem Schmelzwassersee. Irgendwann dann ein Bergkamm und die ersten Firn-Felder. Das Spuren im Schnee neben den Bärenspuren, der pfeifende Wind gegen die Hardshelljacke am Pass, ja ich bin in den Bergen. Und nicht nur das, sondern alleine bin ich auch noch. Da es keinen Rundweg gibt, passiere ich nun einen wenigen begangenen Transitabschnitt, der sonst nur mit 2 Autos an je einem Trailparkplatz möglich wäre.  Ich steige ab in ein Tal wo sich der Weg langsam in einem Flussdelta eines Gebirgsbachs verläuft. Im Panorama der Steilen Westwände des Grenzkamm zu B.C. ergibt mein Outdoor-Navi wieder Sinn.  Querfeldein Quere ich die Bäche und finde den Trail letztendlich. Anhalten ist unmöglich, ein Schwarm von Mosquitos begleitet mich auf jedem Schritt an den dümpelden See. Die einzigen Geräusche in dieser Landscha...

18/06/2025

 So also schnell abgebaut und ab an die Tankstelle an der Autobahn. Nach einer Weile finde ich 2 nette Inder, die mich bis an den Trailhead fahren. So spare ich mir sogar die 10km Zustieg von der Autobahn. Am Trailhead begegnen mir dann ein Oberbayrisches Pärchen. Und Tja, diese Kombination Wandern und Gaudi dabei, das fühlt sich schon fast nach Daheim an. Schon fast vergessen ich, dass ich immer noch in den Rocky Mountains bin. Pfiad euch!   Irgendwann trennen sich unsere Wege auf einem Bergkamm und ich wandere alleine einem großem See vorgelagert vor gigantischen Zackigen Gipfeln die bis in den Yoho Nationalpark nach British Columbia reichen entgegen. Am Wildnis Campingplatz treffe ich überraschenderweise eine Menge Leute. Aber da es aller Backcountry-Idioten sind, stört das überhaupt nicht. Die Themen sind entsprechend. Das neuste Mückenabwehrmittel, Trad-climbing und die Trail-Pace.  Der heutige Song ist Hela Huset von Veronica Maggio.  Gute Nacht! 

17/06/2025

 Also nun mit dem Bus. Ich mache mich also früh morgens auf dem Weg zum Busbahnhof. Die eigentlich langweilig erwartete Busfahrt stellt sich letztendlich als ein Erlebnis heraus was mir sogar in Erinnerung bleiben wird. Meine Sitznachbarin und ich unterhalten und angeregt, die Chemie stimmt sofort, aber auf ein anderem Level. Schade, dass ich auf der anderen Seite des Planeten wohne, sonst hätte ich durchaus Interesse an einem weiteren Kennenlernen gehabt. Aber es ist wie es ist.  Canmore ist letztendlich ein Enttäuschung. Die Klettergebiete sind unerreichbar und Outdoor-Boulder gibt es nicht wirklich. Also packe ich meine Sieben Sachen und nehme den lokalen Bus nach Banff. Dort erwartet mich ein absoluter Touristenzirkus. Dieser Ort besteht eigentlich nur aus Bars und Souvenirläden. Ob es hier auch Einheimische gibt? Und damit meine ich nicht Saisonarbeiter... Wie so viele Orte wird vermutlich auch dieser von Australiern, Deutschen und Engländern am Leben gehalten.  Also...

16/06/2025

 Heute entspanne ich mich bis späten Nachmittag in einem Indoor-Tropenpark in einem großen Einkaufszentrum. Mein Motivationstief ist so langsam überwunden und ich freue mich auf das, was kommt. Und ich mache mir Gedanken über das was mich daheim erwartet. So eine Reise verändert einen. Heute ist ein guter Zeitpunkt um über neue Zukunftsziele nachzudenken. Und genau das mache ich. Gegen Nachmittag mache ich mich dann auf den Weg zur Autobahnauffahrt Richtung Canmore in den Rockies. Eigentlich nur eine kurze Strecke und trotzdem bleibe ich stecken. Auch nach Ortswechsel. Gegen 8 Uhr ziehe ich nach Stunden Rum probieren den Schlussstrich. Ein Skill den man beim Trampen erst einmal lernen muss. Der Gedanke: "Was ist wenn der nächste mich genau dahin bringt, wo ich hin will?" , kann einen Wahnsinnig machen. Aber da kommt dann die Erfahrung ins Spiel. Also nehme ich morgen zum ersten und hoffentlich auch einzigen Mal einen Bus nach Canmore und übernachte noch einmal im Hostel. Das ...

15/06/2025

 Zum heutigen gibt es nicht so viel zu sagen. Den Vormittag verbringe ich bei meinem Couchsurfing-Host. Ich verlasse das Haus mit gemischten Gefühlen. Sie war super nett und es war spaßig, allerdings war das hier auch ganz klar eine Mitleidsaktion zu Gunsten von mir. Und natürlich sind mir Leute, die meine Mission auf dieser Reise wirklich verstehen und teilen immer lieber. Aber was soll's. Nachmittags dann noch weiter Innenstadt schauen.  Abends checke ich dann endlich ins Hostel ein. Nur für eine Nacht, denn morgen möchte ich Richtung Rockies aufbrechen, zum Klettern und wandern.  Abends treffen ich dann noch einen Schweizer und ein Mädel, dass keine 10km von mir aufgewachsen ist. Und so treffen sich Work and Travel, Bikepacking und Hitchhiking in der Hostel-Küche. Man ist unter seinesgleichen. Ein schönes Gefühl.  Mein Bettnachbar ist dann auch die erste Person die ich treffe, die auch per Anhalter unterwegs ist. Endlich mal! Aber er ist komplett offline unterwegs...

14/06/2025

Tatsächlich war die Nacht trotz Großstadtnähe und meiner Dreistigkeit so ziemlich neben dem Weg aufzubauen super ruhig. Also abbauen, und hoffen, das für heute was bezahlbares verfügbar ist. Diese Hoffnung begrabe ich dann aber auch recht schnell bei kurzer Einsicht auf Booking.com...  Also heute Abend dann die zweite Runde. Denke ich zumindest. Tagsüber bin ich dann lange im Kanadischen Musikmuseum und bewundere die sehr diverse Musikgeschichte des Landes. Gegen Abend telefoniere ich dann mal seit Ewigkeiten Mal wieder mit Freunden, etwas, das eigentlich auch nicht zu kurz kommen sollte. Auf sowas basieren ja irgendwo auch Distanzfreundschaften. Auch im Kontext meines seit 2 Tagen andauernden Reisetiefs ist es hilfreich. Nach 1 1/2 Monaten ist sonst der späteste Zeitpunkt, wann man daheim ist. Diesesmal ist es anders. Doch einmal über diesen Punkt hinaus ist ja Neuland, das ich erfahren möchte.  Der Anblick der Stadt vom Fernsehturm ist umwerfend. Mein Blick schweift in die "...

13/06/2025

 Nach der letzten kurzen Nacht stehe ich nun auf dem kargen Mall-Parkplatz irgendwo im Vorort von Calgary. Mein Kumpel putzt sich gerade die Zähne. Mein Schädel brummt. Immerhin stehe ich quasi in Calgary. Viel schneller als gedacht. "Should I give you a ride to the intersection?" Klar! Und so spare ich mir den Bus ins Zentrum und stehe schließlich um kurz nach 8 in der Innenstadt. Es ist ein Gefühl, dass ich lange vermisst habe. Das Hupen, die Taxis, ein bisschen auch den Dreck des typisch nordamerikanischen Downtown Flair. Quer durch die Stadt schlängelt sich die Transkontinentale Eisenbahnstrecke mit ihren endlosen Güterzügen. Wie eine Schlagader zerteilen die monumentalen Lokomotiven der Canadian Pacific Railway die Stadt in 2 Hälften. Die Stecke ist ewig und zieht sich bis Vancouver Island. Der Anblick erinnert mich daran, dass ich noch lange nicht da bin.  Calgary ist eine typische Großstadt hier. Sehr amerikanisch geprägt. Kein Wunder, sind wir doch in Alberta, "C...